{"id":505,"date":"2021-08-14T19:10:03","date_gmt":"2021-08-14T17:10:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.frida-und-franz.de\/?p=505"},"modified":"2022-05-18T11:49:24","modified_gmt":"2022-05-18T09:49:24","slug":"liebknecht-in-bockenheim","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.frida-und-franz.de\/?p=505","title":{"rendered":"Liebknecht in Bockenheim"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Bockenheim und Liebknecht<\/strong><\/p>\n<p>Der Bockenheim-Historiker Heinrich Ludwig schrieb \u00fcber seine Begegnungen mit den Liebknechts in Bockenheim in einem sp\u00e4ten Text (aus Jahr 1947):<\/p>\n<p>Das ehemalige Gasthaus <em>Zum Schwan<\/em> (Kirchplatz 8) <br>\u201emit seinem Storchennest war 1889 durch Kauf in die H\u00e4nde meines br\u00fcderlichen Freundes &amp; Schulkameraden Reinhold Opificius, eines Holzh\u00e4ndlers, gekommen, der den bekannten Arbeiterf\u00fchrer Wilhelm Liebknecht allj\u00e4hrlich in der sch\u00f6nen Jahreszeit beherbergte, w\u00e4hrend sein Bruder Ludwig, Werkf\u00fchrer in der Frankfurter Scheideanstalt, vom ber\u00fchmten August Bebel Besuch bekam. Was war nat\u00fcrlicher, als dass ich dann immer mit diesen Arbeiterf\u00fchrern, die ich hoch verehrte, ohne Sozialdemokrat zu sein, weil es mich sehr zu Naumanns Partei zog, die sch\u00f6nen Wagenpartien, freilich als Lehrer nur heimlich, im Taunusgebirge mitmachen konnte. [\u2026]<\/p>\n<div id=\"attachment_506\" style=\"width: 340px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.frida-und-franz.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/wilhelm-liebknecht.jpeg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-506\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-506\" src=\"http:\/\/www.frida-und-franz.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/wilhelm-liebknecht-300x206.jpeg\" alt=\"Wilhelm Liebknecht\" width=\"330\" height=\"227\" srcset=\"http:\/\/www.frida-und-franz.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/wilhelm-liebknecht-300x206.jpeg 300w, http:\/\/www.frida-und-franz.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/wilhelm-liebknecht-768x528.jpeg 768w, http:\/\/www.frida-und-franz.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/wilhelm-liebknecht.jpeg 900w\" sizes=\"(max-width: 330px) 100vw, 330px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-506\" class=\"wp-caption-text\">Wilhelm Liebknecht<\/p><\/div>\n<p>Wie ganz anders war der Verkehr mit Liebknecht, dem \u201eAlten\u201c. Man kann sich gar nicht vorstellen, wie liebenswert er war, mit dem Gem\u00fcte eines Kindes. Wie freute er sich, wenn ich von seinem gelehrten Vorfahren, einem Giessener Professor &amp; seinen hinterlassenen Schriften erz\u00e4hlte, und wie gerne berichtete er von seinen Erlebnisssen im badischen Aufstand 1849! Er hat auf meine Veranlassung diese allj\u00e4hrlich im \u201eNeuen Weltkalender\u201c niedergelegt. Auch grosser Naturfreund war er, der absolut den Speierlingsbaum kennen lernen wollte, der den \u00c4pfelwein (den er gerne trank) veredelt &amp; haltbar macht &amp; sah ihn vier Wochen vor seinem Tode an der Falkensteiner Landstrasse nicht weit von der K\u00f6nigsteiner Strasse, die uns auf die Billtalh\u00f6he f\u00fchrte, wo ausgestiegen wurde &amp; meine Frau &amp; und ich den Alten das sch\u00f6ne Billtal hinunter nach dem uns erwartetenden Fuhrwerk brachten. <!--more-->Nach dem 12. August 1900 erz\u00e4hlte uns dann unser Freund Reinhold, wie die Berliner Arbeiter ihren geliebten F\u00fchrer zu Grabe brachten; ein Leichenbeg\u00e4ngnis, wie es noch kein Grosser vielleicht je gehabt hat. Alles, was Arbeiter war oder mit ihnen f\u00fchlte, erwies ihm die letzte Ehre. Sie f\u00fchlten, dass ihnen Liebknechts ganzes Herz geh\u00f6rte. Sprach er in einer Volksversammlung, so war es weit mehr die Person, die den Eindruck hervorbrachte, als seine Worte, die oft zu hoch im Kampf nur ums Recht zu hoch f\u00fcr die Arbeiter waren. Aber diese wussten hier steht ein Mann, der sieben Jahre f\u00fcr sie im Gef\u00e4ngnis zugebracht, der 13 Jahre das harte Brot der Verbannung gegessen hat. Auch seine Frau, eine Offizierstochter, die einst mit dem Tode rang, w\u00e4hrend er in ungerechter Haft sa\u00df, haben wir kennen gelernt &amp; und sind 1899 in gemeinsamer Fahrt am Vorabend von Goethes 150. Geburtstage durch die prachtvoll erleuchteten Strassen Frankfurts gefahren.<\/p>\n<div id=\"attachment_507\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.frida-und-franz.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/gietinger-liebknecht.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-507\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-507\" src=\"http:\/\/www.frida-und-franz.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/gietinger-liebknecht-300x300.jpg\" alt=\"Karll Liebknecht \" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.frida-und-franz.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/gietinger-liebknecht-300x300.jpg 300w, http:\/\/www.frida-und-franz.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/gietinger-liebknecht-150x150.jpg 150w, http:\/\/www.frida-und-franz.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/gietinger-liebknecht-768x768.jpg 768w, http:\/\/www.frida-und-franz.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/gietinger-liebknecht.jpg 843w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-507\" class=\"wp-caption-text\">Buch zu Karl Liebknecht. Hrsg. Klaus Gietinger<\/p><\/div>\n<p>Zwei seiner S\u00f6hne \u2013 einer ist jetzt Professor der Mineralogie geworden, der an der Scheideanstalt hier t\u00e4tig war \u2013 besuchten uns mehrmals in der Wohnung &amp; erfreuten sich, wie auch ihr Vater, am selbstgekelterten Johannisbeerwein, der im Alter wie Malaga schmeckte. Um seinen Sohn, den sp\u00e4ter ermordeten Sohn Karl, war Liebknecht fr\u00fcher schon wegen dessen stark nach links neigenden Haltung bek\u00fcmmert.\u201c<\/p>\n<p>Quelle: Ein Ausschnitt aus meinem Leben. Manuskript von Heinrich Ludwig. Ausschnitte sind ver\u00f6ffentlicht in der \u201eH\u00e4userchronik von Alt-Bockenheim\u201c von Heinrich Ludwig (S. 501 ff.). Anl\u00e4\u00dflich des 150. Geburtstages von Karl Liebknecht und dem gerade erschienen Buch \u00fcber Karl Liebknecht, herausgegeben von dem ehemaligen Bockenheimer Klaus Gietinger.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0},"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.frida-und-franz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/505"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.frida-und-franz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.frida-und-franz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.frida-und-franz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.frida-und-franz.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=505"}],"version-history":[{"count":4,"href":"http:\/\/www.frida-und-franz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/505\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":521,"href":"http:\/\/www.frida-und-franz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/505\/revisions\/521"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.frida-und-franz.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=505"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.frida-und-franz.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=505"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.frida-und-franz.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=505"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}