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Ein Bergmann im Sauerland

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Adolf Hennecke. Mitte der 20er Jahre. Abbildung aus: Ich bin Bergmann, wer ist mehr? Das Leben des Adolf Hennecke. Von Hannelore Graff-Hennecke

Im Perlentaucher am 4.8.2014: „In der FAZ erklärt Judith Hermann, warum die Arbeit am Roman viel Ähnlichkeit hat mit der Arbeit im Bergwerk.“ Die Arbeit im Bergwerk – was wissen wir darüber (noch)? Wir – also wir Romanleser…
Seit einigen Tagen trage ich Material über den Sauerländer Bergmann Adolf Hennecke zusammen (u.a. „Ich bin Bergmann, wer ist mehr?“). Hennecke wurde dann später in der DDR zum „Helden“ – aber mich interessiert aktuell mehr seine Zeit in Meggen in Westfalen. Adolf Hennecke wurde 1905 in Meggen geboren. Ab 1911 besuchte er die Volksschule in Meggen, nach dem ersten Weltkrieg begann er eine kaufmännische Lehre in Altenhundem (Tobüren). Seine Eltern waren bereits beide vor dem 1. Weltkrieg gestorben, er lebte bei Verwandten in Meggen. Mitte der Zwanziger Jahre verließ Hennecke das Sauerland, zunächst Richtung Berlin, kam aber noch einmal zurück und arbeitete zum ersten Mal in einem Bergwerk.

Wir, meine Familie, lebten in Meggen auf dem Werksgelände (1947-1956) der Sachtleben AG. Unsere Wohnung war ein ausgebauter Dachboden, parallel zum Trockenboden und den Tauben. Das Haus gehörte Sachtleben und stand am Rande des Holzplatzes. Unter uns wohnten Stemmers. Onkel Stemmer arbeitete ebenfalls im Schacht. Und da wohnte Frau Rüsing, die Witwe eines Sachtleben-Direktors. Papa brachte Hasenbrot von der Arbeit mit, trank viel Schnaps, auch auf der Arbeit, spaltete Holz im Schuppen und schlug ab und an uns Kinder. Eine kurze Zeit war er im Elferrat des Meggener Karneval-Vereins, aber das wurde schnell zu teuer.
Einige Häuser weiter der katholische Kindergarten. Meine Einschulung in die Volksschule in Meggen gelang nicht – ich wurde als „zu schwächlich: zurückgestellt“. Eine ganz große Kränkung.

Neben dem Holzplatz war das Kino. Als Kind habe ich dort Märchenfilme gesehen, vielleicht auch noch „Die zehn Gebote“. Wir sind 1956 oder 1957 in den Nachbarort Maumke gezogen. Ich bin weiterhin in Meggen ins Kino gegangen, vermutlich mit meinem Vater, vielleicht mit meiner Mutter. Das erinnere ich aber nicht mehr. Ich erinnere mich nur deutlich (?) an die Filme „Der Löwe von Sparta“, „Die zehn Gebote“ und „Ben Hur“.

Holzplatz. Sachtleben AG in Meggen. Ca. 1954/5. Fotograf:  Fritz Sassmannshausen

Holzplatz. Sachtleben AG in Meggen. Ca. 1954/5. Fotograf: Fritz Sassmannshausen

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Unter Tage. Fritz Sassmannshausen, mein Vater, rechts. Aufnahme aus dem Jahr 1951

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